Das Loslassen lernen

Sinn und Unsinn des Loslassens

Hallo! Jetzt da Du auf diese Seite gekommen bist, möchtest Du vermutlich mehr über das Thema Loslassen lernen erfahren. Sei es zur Selbstoptimierung, um problematische Themen loszulassen oder einfach aus Neugier. Wenn Du selbst eine psychologische Ausbildung hast oder ein erfahrener Anwender bist, werden Dir mache Konzepte gegebenenfalls bekannt erscheinen, andere vielleicht zu wider laufen oder zu einfach in der Darstellung sein. Solltest Du nach einer neuen oder ultimativen Methode suchen, so lass mich gleich vorwegsagen, dass es auf dieser Seite in erster Linie um das Verstehen geht, etwas was sich Dir selbst erschließen muss. Denn es ist das immer tiefer gehende Verstehen, welches seine Wirkung von selbst entfaltet und nicht nur das befolgen bestimmter Schritte. Dafür ist es aber notwendig, dass Du den ganzen Text liest, Dich mit ihm auseinandersetzt und gegebenenfalls nachfragst. Dann kann es Dein Wissen zum Thema Loslassen, Psychologie, wie auch Dein Selbstverständnis, umfassend verändern.

Belastendes loslassen – erwünschtes annehmen?

Beschäftigen wir uns zuerst einmal damit, was sehr viele unter „loslassen“ im psychologischen Sinne verstehen.
Wir wollen dann etwas loslassen, wenn uns etwas belastet, nicht mehr zu uns passt oder uns scheinbar in unserer Weiterentwicklung behindert. Da dies nicht immer so einfach zu sein scheint, suchen wir eine Methode, die uns dabei hilft. Und ja, Methoden gibt es viele. Manche setzen hier mit dem Prinzip der Vergebung an, andere mit der Akzeptanz oder andere damit, dass wir uns nicht an das „Recht haben wollen“ festhalten. Zum einen werden hier ausgeklügelte aber einfache Fragetechniken eingesetzt, oder ganze Prozesse, die man durchlaufen soll. Manche davon haben einen rein psychologischen Hintergrund, andere Kombinieren diesen mit einem spirituellen oder religiösen Ansatz. Bei fast allen Methoden wird dabei aber ein zentraler Punkt übersehen, eine Sache, die alle Methoden an sich selbst schon in Frage stellt. Ein weiterer Punkt ist, dass viele Methoden an sich recht ungenau mit den subjektiven Interpretationen und inneren Erfahrungen umgeht und nicht direkt damit beschäftigen wie wir etwas wirklich erfahren. Doch lass uns erst mit einigen ausgewählten aber wesentlichen Prinzipien bzw. Mustern beschäftigen die eine zentrale Rolle bei dem Thema Loslassen spielen.

Die vielen Teile in mir

Viele Teile! Doch wer ist der Eine Spieler?

Hast Du schon einmal einen psychologischen Multiple-Choice-Test gemacht, bei dem es mehrere Antwortmöglichkeiten auf eine Frage gibt? Und wo Du, wenn Du ehrlich bist, eigentlich sagen müsstest, das hängt von der Situation, dem Zeitpunkt oder deiner aktuellen Stimmung ab? Wer kennt das nicht, wo wir einerseits dies und andererseits das wollen, wo wir merken das wir zwei oder sogar noch viel mehr Seiten in uns haben? Natürlich merken wir das am meisten, wenn wir einen inneren Konflikt haben, oder vor einer wichtigen Entscheidung stehen, wo uns nicht ganz klar ist, welche die Richtige ist. Noch mehr kennen wir das bei unseren verschiedenen Lebensrollen, als Mitarbeiter oder Chef, Mann/Frau, Partner/Partnerin, Vater/Mutter, Sohn/Tochter, Freund oder Freundin. Je nach Lebensrolle kann sich unserer Persönlichkeit von Nuancen bis hin zur einem gravierenden Wandel unterscheiden. Ganz massiv kann sich unser Verhalten in extrem Situationen verändern, so dass wir uns im Nachhinein nicht wiederkennen. Dennoch scheint unsere Persönlichkeit in den meisten Fällen konstant zu sein und die Übergänge von einem Persönlichkeitsanteil in den anderen, geschieht meist unbemerkt. Das ist möglich, weil die Übergänge von Trancen begleitet sind, und wir die unterschiedliche Identifikation mit einem anderen Persönlichkeitsanteil gar nicht bemerken. Eine Persönlichkeit ist also nicht etwas festes, sondern eine Ansammlung von Mustern aus Gedanken, mit denen wir uns identifizieren, sprich gleichsetzen. Wer schon einmal mit psychologischen Interventionen zum Thema Persönlichkeitsanteile gearbeitet hat, weiß welch starkes Eigenleben diese Teile entwickeln können. Auch bei einer Aufstellungsarbeit oder in der Hypnose können Dinge geschehen, wo wir uns selbst fremd vorkommen. Was aber oder wer bin ich, wenn meine Persönlichkeit oder Psyche gar nicht so homogen ist, wie ich dachte? Kann ich denn mal dieser und mal jener Teil sein? Oder gibt einen immer gleichbleibenden Kern?

Die Persönlichkeit ist ein Sammelbecken, aus vielen Mustern, Teilen und Rollen. Du wirst da nirgendwo das eine Ich finden.

Selbstbild = Spiegelbild?

positives SelbstbildHäufig wollen wir den Prozess des Loslassens dafür verwenden, um unser Selbstbild und unser Selbstwertgefühl zu verbessern. Es geht im Kern darum, unsere Empfindungen in Bezug zu uns selbst zu optimieren. Uns in der Beziehung oder dem Job etc., besser (gut) zu fühlen und auch um erfolgreichen zu sein.
 Das Selbstbild könnte man auch Selbstrepräsentationen nennen. Wir konstruieren unbewusst eine Art Bild (Ansammlung von Gedanken, Gefühlen und Konzepten) von uns selbst und identifizieren uns damit, d.h., wir setzen uns mit diesem Konstrukt gleich. Auch hier gibt es zwei grundlegende Paradoxe. Wir tragen gerne ein Selbstbild vor uns her, wie eine Maske, so wie wir von anderen gerne gesehen werden wollen. Neben diesem Selbstbild haben wir auch noch ein „geheimeres“ Selbstbild, das oft nicht so positiv oder sich doch vom Erstgenannten deutlich unterscheiden kann. Je nachdem wie sehr sich diese Selbstbilder unterscheiden, kann es einiges an Spannungen oder Konflikte erzeugen. Natürlich gibt es auch hier wie bei den Persönlichkeitsanteilen, je nach Lebensrolle, verschiedene Selbstbilder, die uns unterschiedlich gut gefallen. So kann unser berufliches Selbstbild als Manager durchaus sehr gut sein, aber als Vater sehen wir uns eher mittelmäßig an. Weil wir uns für dieses Selbstbild halten, wirkt es sich auf unser Selbstwertgefühl aus, denn das Selbstbildkonzept sagt uns wie viel wert wir für uns oder andere zu haben scheinen. Denn der Wert, den wir uns selbst zubilligen, hängt davon ab, welche Bedingungen wir erfüllt haben und was noch fehlt, bzw., falsch gemacht wurde. Welche faktische Basis das hat und ob das unbewusste Bewertungsschema der Wahrheit entspricht, spielt dann keine Rolle.

Der Glaube machts! Das Selbstbild als Voodoo Puppe

Der Glaube machts! Das Selbstbild als Voodoo Puppe

Aber wir gehen bei dieser Täuschung noch weiter, weil wir uns für diese Selbstrepräsentation halten, billigen wir diesem Konstrukt sogar Bewusstheit und Entscheidungsfähigkeit zu. Wir reden hier ja von einer Vorstellung und nicht tatsächlich von uns. Doch wenn wir uns die psychologische Bearbeitung des Selbstbildes, insbesondere in Bezug auf Selbstoptimierung genauer anschauen, kann uns das Erstaunen, oder sogar aus einer bestimmten Perspektive surreal vorkommen. Übertrieben gesagt ist es, wie wenn wir ein Foto von uns retuschieren und uns dadurch schöner fühlen, weil wir uns für dieses Foto halten. Das wäre genauso als glauben wir an die Wirkung der Manipulation einer Voodoo Puppe. Doch unser Glaube daran, dass wir dieses Bild sind, macht scheinbar die psychologische Arbeit am Selbstbild und Selbstwert manchmal wirkungsvoll. Ich kann aber mein Selbstbild nicht sein, weil es nur eine Vorstellung von mir ist, eine Wahrnehmung. Ich kann also nichts sein, was ich wahrnehmen kann, doch was bin ich dann?

Du bist nicht Dein Selbstbild und das Selbstbild ist nur eine Erfindung des Verstandes.

Was treibt uns an?

Was wollen wir wirklich?

Was wollen wir wirklich?

Hinter dem Menschsein scheint ein Programm zu stecken, welches „uns“ in einem Spannungsfeld der Anziehung und Abstoßung hält. Dieses Programm oder Lebensmuster bringen uns quasi dazu, Dinge erreichen oder vermeiden zu wollen um die es gar nicht wirklich geht. Dies kann sich zudem je nach Persönlichkeitsanteil auch noch unterscheiden. Zudem kann es uns in einen Kreislauf nie enden wollenden Davonlaufens und/oder Hinterherjagens bringen. Denn es geht in der Regel nie um das was wir wirklich wollen, wenn es nicht gerade um existenzielle Dinge geht. Was bedeutet das? Denk einmal an eine Sache, ein Wunsch oder Ziel, welches Du gerne erreichen wolltest. Was würde sich dadurch für Dich erfüllen? Durch ein effektives Fragesystem in Verbindung mit den Gefühlsempfindungen und das durchschreiten von ein paar Trancen, die gerne als Schutz auftauchen, kann das wahre Motiv herausgefunden werden. Dabei taucht zuerst ein Motiv nach dem anderen auf, welches durch ein immer noch wichtigeres Motiv ersetzt wird. Hierbei handelt sich meistens im Kern um grundlegende Gefühle. Wie auf eine Leiter mit nie endenden Sprossen wird das Erreichen eines Ziels durch ein noch wichtiges oder anderes Ziel ersetzt ohne das sich dauerhafte Zufriedenheit einstellt. Die einzelnen Motive und Sprossen auf der Leiter mögen sich von Mensch zu Mensch, von Persönlichkeitsanteil bzw. Lebensrollen unterscheiden, doch das tiefste aller Motive, ist bei allen im Wesentlichen das Gleiche und es ist kein Gefühl. Während wir auf der einen Seite, die Motivleiter nach oben anstreben, wollen wir auf der anderen Seite bestimmte Dinge unbedingt vermeiden oder erhalten. Auch hier kann das mit einer Leiter verglichen werden, wo jede Sprosse, die wir nach unten „rutschen“ etwas noch Schlimmeres auf uns zu warten scheint. Wir befinden uns bildlich gesprochen irgendwo auf einer langen Leiter, wo jeder Schritt nach oben einem noch wichtigerem Wunsch- oder Ziel entspricht, und die Stufen nach unten quasi einer Angstleiter entsprechen, wo jeder Schritt nach unten uns immer größeren Ängsten näherbringt. Damit wir eine Stufe höher kommen müssen wir immer bestimmte Bedingungen erfüllen und damit wir keine Stufe nach unten rutschen müssen wir immer an bestimmten Dingen festhalten oder sie aber absichern. Interessanterweise ist es so, dass wenn wir die größte Angst durch schreiten, oder die Essenz des höchsten Zieles erreichen, das gleiche auf uns wartet – die Bedingungslosigkeit in einem Seinszustand.
Diese Metapher mit der Leiter ist natürlich nur ein grobes Beispiel. Letztendlich ist es viel komplexer, aber in seiner Grundstruktur strebt der Mensch immer etwas an, von dem es er meint, dass es das ist, was ihm fehlt. Hat er es erreicht, zeigt sich es bald, dass es das nicht war oder es noch nicht genug ist. Ebenso möchte der Mensch, an die Dinge die er erreicht hat festhalten und bewahren, dies entspricht seinem großen Wunsch nach Sicherheit und Stabilität. Der Clou dabei ist, wenn es nicht um biologisch existenzielle Dinge geht, ist dass das was wir erreichen oder festhalten wollen, nie das ist, um was es wirklich geht. Was aber noch schlimmer ist, wir setzten, uns selbst bewusst oder unbewusst konstruierte Bedingungen, wann sich ein Zustand wie zum Beispiel Zufriedenheit einstellen darf oder wann etwas bedroht sein könnte was wir bewahren wollen. Aber auch diese Bedingungen haben nichts mit dem zu tun, was wir wirklich brauchen.

Und so mag es nicht überraschen das sowohl in dem Streben nach Dingen die wir erreichen wollen, wie auch in dem was wir festhalten oder vermeiden wollen, Widerstand gegen das Leben, so wie es sich von Selbst entfaltet, steckt. Innerhalb diesen grundlegenden Mustern finden sich auch viele weitere kleinere Muster.

Funktioniere ich nach einem unbewussten Programm, dem ich ausgeliefert bin? Und wer ist das ich, dass diesem Programm ausgeliefert ist? Ist dieses ich, oder Ich’s mit dem ich mich gleichsetze, das Programm selbst?

Die Bedingungen, die Du erfüllen musst, um Dich gut oder sicher zu fühlen, sind ein Trick. Durchschaue Sie sonst wirst du immer in diesem selbst geschaffenen Hamsterrad bleiben. Finde heraus, was Du wirklich suchst – oder wer es ist, der sucht.

Welche Rolle spielen dabei die Gefühle?

Es geht immer um Gefühle!

Es geht immer um Gefühle!

Gefühle sind ein ganz zentraler Faktor, wenn es um unser Wohlbefinden und Glück geht. Fast immer geht es beim Loslassen, auch wenn es dabei meist eine persönliche Lebenslage genannt wird, darum ein unangenehmes Gefühl loszuwerden oder ein gutes Gefühl zu bekommen. Dabei werden Gefühle in der Regel meist nicht bewusst und direkt gespürt, sondern sind von Gedanken und Konzepten überlagert. Statt sie direkt zu spüren, sind wir mit unserer Aufmerksamkeit bei unseren inneren Bildern und inneren Dialogen. Wir beschäftigen uns mental mit der möglichen Ursache unseres Problems, statt die Körperempfindungen der Gefühle einfach zuzulassen. Wir weichen Ihnen sehr oft aus oder, so schräg es klingt, verharren regelrecht darin, als ob es ein Genuss wäre. Statt sie zu fühlen und anzunehmen, benutzen wir bestimmte (Ausweich-) Strategien um nicht fühlen zu müssen. Im Folgenden möchte ich Dir 3 solcher psychische Strategien aufzeigen, und vielleicht erkennst Du ja was davon wieder.

  1. Die Projektion:

    Bei der Projektion, projizieren wir die Ursache unserer unangenehmen Gefühle (aber auch die angenehmen) auf einen anderen Menschen oder sonst irgendetwas im außen. Dadurch dass wir den Grund nun im außen sehen, sind wir zumindest nicht im vollen Maße selbstverantwortlich und meinen das Thema besser kontrollieren zu können. Bei positiven projizierten Gefühlen, ist auch jemand anderes, oder ein Umstand dafür verantwortlich, was mich dann aber in eine Abhängigkeit bringt. Aber wenigstens habe ich dann ja den Schuldigen, wenn meine projektzierten positiven Gefühle dann nicht mehr erfüllt werden. Natürlich ist das ein blöder Kreislauf, denn wenn es sich um eine Projektion handelt, können wir vielleicht das Problem entfernen, wie diesen Menschen verlassen/meiden, den Arbeitsplatz oder gar den Wohnort wechseln, aber es wird das Problem immer nur zeitweise lösen. Denn irgendwann taucht irgendwer oder irgendetwas wieder auf und das Problem ist wieder da. Man sollte allerdings diese Vermeidungsstrategie sehr genau betrachten, denn es kann auch ein anderer negativer Kreislauf entstehen, bei dem jeder und alles mir irgendetwas spiegeln soll. Denn schnell kann daraus eine „Hexenjagd“ entstehen, bei der man jedes kleine Problem, als eigenen Fehler betrachtet und sich fragt, was das einem sagen soll. Andererseits nutzen einige dieses bekannte Prinzip als Schutz vor Kritik. Diese Ausweichstrategie ist auch eng verwandt mit der Neigung des Menschen in allem einen Sinn finden zu müssen.

  2. Kompensation:

    Wenn wir Gefühle nicht fühlen wollen, weil wir zum Beispiel nicht glauben sie bewältigen zu können oder sie einfach nicht aushalten wollen, dann können wir nach Ablenkung oder Betäubung suchen. Dies kann übermäßiges oder unnötiges Essen oder Naschen sein, Sexualität, Spiele, Drogen, exzessiver Sport, Shoppen oder sich in irgendein Thema vertiefen, das alles andere ausgeblendet wird. Statt sich den Gefühlsempfindungen einfach zu ergeben, wodurch sie „abfließen“ können, lenken wir uns ab.

  3. Abreagieren:

    Wenn wir immer wieder „Druck ablassen müssen“ und zum Beispiel immer wieder Streit suchen, kann das auch eine Form des „nicht fühlen Wollen“ sein, eine Form der Kompensation. So mancher „musste einfach mal Druck ablassen“ wohl wissend (nachher), dass er damit jemanden unrecht getan hat, dass einfach „jemand dafür herhalten musste“. Doch das muss nicht nur Ärger oder Wut sein. Wenn ich andere ständig mit meinen Angstgedanken, Sorgen, oder Trauer konfrontiere, kann dies auch eine Ausweichstrategie sein. Das ist kein Plädoyer, die Gefühle nicht mehr zu kommunizieren oder auch mal wütend sein zu können und das auch jemanden zu zeigen. Das wäre genauso wenig gesund und eventuell sogar eine andere Ausweichstrategie.

Es geht nicht darum unerwünscht Gefühle zu vermeiden, sie sind Teil des Lebens. Sondern um unnatürlich lang anhaltende negative Gefühle, die sich aufstauen, weil wir sie nicht fühlen wollen.

Wie Gefühle erfahren werden:

Mit unserem Körper können wir die verschiedensten Empfindungen erfahren. Wir können mit unserer Hand über einen Gegenstand streichen und spüren, wie seine Oberfläche sich anfühlt, oder auch unser Gewicht spüren, wenn wir stehen. Wir können unseren Herzschlag spüren, genauso wie unseren Atem oder auch unsere Muskeln. Unser Körper sendet unserem Bewusstsein reichhaltige Informationen mittels unserer Empfindungen. Auch das was wir Gefühle nennen, sind Körperempfindungen. Irgendwann in unseren Leben haben wir gelernt den verschiedenen Empfindungen einen Namen zu geben, wie zum Beispiel, Angst, Trauer, Wut oder Freude. Der Name ist aber nicht die Empfindung und ein Name ist nicht nur ein Wort, sondern beinhaltet immer auch grundlegende Bewertungen und Bedeutungen. So bewerten wir Gefühle dann vielleicht als „gut“ oder „schlecht“, was wiederum dazu führt, dass wir die guten Gefühle anstreben und gegenüber den schlechten Gefühlen einen Widerstand haben. Das Erreichen der guten Gefühle, wie Anerkennung, Liebe etc. wird durch die Konzeptualisierung nach Außen verlagert. In dem wir vielleicht andere Menschen dafür verantwortlich machen oder bestimmte Umstände. Wir setzen Bedingungen im Außen voraus, um uns gut fühlen zu dürfen, anstatt es uns selbst einfach selbst zu gestatten. Auch die Ursache der sogenannten schlechten Gefühle wird meistens nach außen auf Menschen und Umstände projiziert. Und somit glauben wir auch, dass nur dort die Lösung/Schuld liegt. Wenn wir Widerstand gegen unsere Gefühle haben, so halten wir sie fest. Zudem erzeugt Widerstand selbst eine Empfindung (Spannung/Druck), die uns belastet, selbst, wenn wir sie als Taubheit oder Leere beschreiben.

Eine Gefühlsempfindung können wir meist lokal in einem bestimmten Körperbereich wahrnehmen. Wir können zum Beispiel einen Druck, Ziehen, Kribbeln, Pulsieren, Wärme, Kälte oder ein Zusammenziehen wahrnehmen. Unsere sogenannten negativen Gefühle nehmen meist eine kleinere Körperfläche ein, während die positiven mehr Raum haben. Gefühlsempfindungen haben eigentlich immer ein Bewegungsmuster, auch wenn diese manchmal sehr subtil sein können. Das Bewegungsmuster kann sich wie eine Energiebewegung anfühlen und diese kann harmonisch (angenehm) oder disharmonisch (unangenehm) sein. Zudem können Empfindungen an mehreren Körperstellen auftreten, zum Beispiel im Hals oder Bauch und nicht selten korrespondieren diese auch miteinander. Gefühle, so könnte man sagen, sind eine Art von Energie, die wir über den Körper empfinden. Sie fließen das heißt, dehnen sie sich aus, fühlen wir uns gut, stocken bzw. stauen sie sich oder ziehen sich zusammen, so fühlt es sich unangenehm an.
Ein interessanter Punkt dabei ist, dass es zum Beispiel egal ist, weswegen wir Angst haben, es ist immer die gleiche Empfindungsstruktur. Das heißt, es gibt 1001 Vorstellungen und Gründe für Angst, aber immer nur 1 Empfindungsstruktur der Angst. Diese kann zwar unterschiedlich intensiv erfahren werden, aber auf der reinen Empfindungsebene, ohne Bewertung und Bezeichnung, ist sie von der Struktur her gleich. Wir bräuchten also somit nicht die 1001 Interpretationen dieser Gefühlsempfindung zu bearbeiten, sondern könnten uns auch direkt damit beschäftigen.

Erkenne, was lang anhaltende negative Gefühle wirklich sind. Sie beruhen immer auf einem inneren Widerstand und falscher Identifikation.

Der innere Widerstand

Ein zentraler Punkt, der immer wieder auftaucht, ist der Widerstand. Es scheint immer mehr oder weniger Widerstand gegen irgendetwas zu geben, deshalb beschäftigen wir uns mal etwas genauer damit. Widerstand tritt immer auf, wenn ich gegen etwas bin, was ist, aber meiner Meinung nach nicht sein sollte, oder, wenn ich befürchte, das etwas eintreten könnte, was ich vermeiden will. Ob es sich hier um eine „echte“ Sache oder nur um eine Sichtweise, also etwas was nur nach meiner Meinung nicht so sein sollte, handelt, spielt keine Rolle. Es kann sogar sein, dass ich gar nicht um das Warum weiß und trotzdem im Widerstand bin.

Warum gehen wir so oft in den Widerstand?

Wir glauben, dass wir den Widerstand brauchen, um etwas zu ändern oder um zu verhindern, dass etwas Bestimmtes passiert. Während dies im körperlichen praktischen Alltag durchaus funktionieren kann, bewirkt dies in der Psyche und den Emotionen in aller Regel das Gegenteil. Wenn wir etwas nicht fühlen wollen, bleibt es länger als notwendig, verschiebt sich auf ein anderes Thema und kommt immer häufiger. Dies trifft auch auf Gedanken, Verhaltensweisen und viele körperliche Themen zu. Es ist also ein Glauben, eine Überzeugung, eine zutiefst verankerte Reaktion, die wir so von Anfang an gelernt haben.

Ein Widerstand braucht immer sein Gegenstück!

Die duale Natur von Widerstand

Häufig kann beobachtet werden, dass wir eigentlich gegen etwas sind und doch nichts dagegen tun. So können wir in einer unglücklichen Beziehung sein, bleiben aber trotzdem. Warum? Beispielsweise, weil wir die Konsequenzen einer Trennung fürchten, obwohl wir gleichzeitig auch Widerstand (Wut, Frustration) gegen die Beziehung haben. Diese Pattsituation gibt es nicht nur bei äußeren Umständen, sondern auch bei rein inneren Zuständen. Wie zwei gegenläufige Kräfte, in dessen Mitte wir uns befinden, können diese Widerstände uns in Schach halten, bis ein Widerstand den anderen überwindet. Durchbricht ein Widerstand den anderen, ist das meistens zuerst erleichternd.  Doch das dahinterliegende Muster ist eben nicht durchbrochen, sondern wiederholt sich in ähnlichem oder aber auch in einem ganz anderen Kontext wieder. Es ist viel sinnvoller, beide Seiten des Widerstandes loszulassen, damit Entscheidungen von ganz alleine geschehen und die Energie wieder zum Fließen kommt.

Wie wird Widerstand erfahren?

Widerstand kann sowohl mental aus auch körperlich erfahren werden. Mental können z.B. zwei innere Stimmen (Seiten) im Streit miteinander und uns ständig beschäftigen. Oder unsere Gedanken drehen sich im ständig Kreis bzw. versuchen krampfhaft eine Lösung zu finden. Meistens ist der Verstand hier sowie so das falsche Werkzeug. Körperlich betrachtet, ist der Widerstand im Zentrum als lokale Körperempfindung fühlbar, der auf den ganzen Körper ausstrahlen kann. Anspannung, Verkrampfung und viele weitere unangenehme Veränderungen der Körperphysiologie können die Folge sein. Doch die meisten werden den Widerstand als reine Körperempfindung nicht bewusst wahrnehmen. Dann schon eher die emotionalen Folgen des Widerstandes, wie Wut, Trauer, Schuld- oder Schamgefühle.

Widerstand, so wie er hier gemeint ist, ist immer ein Widerstand gegen den Fluss des Lebens. Dieser Widerstand beruht immer auf einem falsch verstandenen Verständnis unserer Identität.

Psychologisieren

Nach dem wir einige Themen der Psyche und Persönlichkeit angerissen haben, die eigentlich nur die Oberfläche sind, tiefer in uns hinein. Wir beschäftigen uns quasi mit dem Fundament der Psyche und betrachten hier ebenfalls ein paar wichtige Parameter.

 

Selbsterfahrung

Was bin ich Wirklich

Was bin ich?

Wenn wir uns für den Wahrnehmenden halten, so ist alles, was wir über uns wissen eine Wahrnehmung. Dabei können wir bemerken, dass der Körper sich selbst nicht direkt erfährt, weil unsere Sinne wie Sensoren sind, die unserem Gehirn melden, was in unserem Umfeld oder im Körper passiert. Das bearbeiten dieser Information wird vom bewussten und unbewussten Verstand übernommen, der Körper selbst weiß nichts davon. Der Verstand, Geist, oder Psyche, wie immer wir es auch nennen wollen, ist jedoch selbst nur eine Ansammlung, ein Feld von Gedanken und Empfindungen. Deshalb braucht es etwas, das sich dieser Abläufe im Verstand bewusst sein kann, sonst wäre da ein Gedanke, doch keiner wüsste darum. Doch was weiß um diese Abläufe im Verstand?
Das Bewusstsein ist es das um diesen Gedanken weiß, es kann sich eines Gedankens oder einer Empfindung bewusst sein. Doch auf welche Weise weiß das Bewusstsein um die Gedanken und Gefühle? In dem es selbst zu diesen Gedanken, Gefühlen und jeder anderen Wahrnehmung wird. Bewusstsein weiß um etwas, in dem es zu dem wird, was es wahrnimmt.

Und es gibt noch einen weiteren Punkt: das Bewusstsein kann sich auch bewusst sein, dass es bewusst ist, es weiß nicht nur um den Gedanken, sondern es weiß das es weiß. Dies nenne ich Gewahrsein.

Und wo bleibe ich?

Wenden wir uns nun einem weiteren Punkt zu, dem Ich. Denn schließlich bin ich es ja, der etwas loslassen möchte. Statt also auf das zu schauen, was ich loslassen will oder was da alles dranhängt, schaue ich auf den (oder das), der loslassen will, nämlich auf mich. Doch worum handelt es sich bei diesem Ich, was ist es und wo kommt es her? Die Beantwortung dieser Fragen ist immens wichtig, denn das ist für die allermeisten ein weißer Fleck auf der Landkarte, ein unbekanntes Terrain.
Vielleicht sagst Du, schau mich an, in bin dieser Körper, der ein Gehirn hat, welches denkt. Oder Du gehst darüber hinaus und sagst, ich bin der Verstand/Geist, der diesen Körper gebraucht. Vielleicht hast du auch spirituelle Konzepte und sagst, ich bin eine Seele, die diesen Körper vorübergehend bewohnt oder ich bin gerade ein Kleines Selbst, das auf dem Weg zu seinem höheren Selbst ist usw. Baust Dir sozusagen ein spirituelles Selbstbild. Wir sollten jedoch festhalten, dass alles, was wir „Objektiv“ über uns wissen eine Wahrnehmung ist. Das Bewusstsein selbst können wir nicht wahrnehmen, denn es ist kein Objekt unserer Wahrnehmung. Wir haben auch kein Bewusstsein, sondern das Bewusstsein hat uns, in dem Sinne, dass dieses Ich, für welches wir uns halten, eine Erscheinung im Bewusstsein und aus Bewusstsein ist, wie alles andere auch. Damit Wahrnehmung so geschehen kann, wie wir es erleben, braucht es eine spezielle Konstruktion, bei dem das Ich, eine besondere Funktion einnimmt. Nehmen wir einmal 3 der wichtigsten Bestandteile, die gebraucht werden, damit es so funktionieren kann, wie wir es erleben.

Raum: Es braucht einen Raum, in dem eine Wahrnehmung sich ausdehnen kann.
Zeit: Ohne Zeit, sprich Bewegung wären wir nicht in der Lage wahrzunehmen.
Spaltung: Um etwas wahrnehmbar zu machen, braucht es zwei – einen Wahrnehmenden und dass, was wahrgenommen wird.

Innerhalb des Bewusstseins wird dies mit vielen anderen dafür notwendigen Parametern simuliert. Letztlich ist dieser Ablauf im Grunde ein nahtloses Ganzes, das im Bewusstsein aus Bewusstsein geschieht. Eine fast perfekte Simulation die aber nur deshalb funktioniert, weil wir uns für dieses Ich halten, in dem wir uns damit identifiziert haben. Doch es gibt auch Schwachstellen, die das Ganze durchschaubar machen. Einerseits könnte man sehr exakt die Parameter, einschließlich des konstruierten Ich‘s dieser Simulation untersuchen. Andererseits könnte man die Sache aus der Position des Bewusstseins angehen, in dem man versucht, sich mit dem Bewusstsein zu identifizieren, statt mit dem Körper/Geist oder dem konstruiertem ich.

Die Bedeutung des Bewusstseins

Machen wir uns nichts vor, ohne das Bewusstsein hätte nichts was wir bisher als selbstverständliches Leben als Mensch erachten, eine Bedeutung. Es gäbe keine Teilnehmer mehr. Vielleicht würde ja alles irgendwie weitergehen und funktionieren, doch wir wüssten nichts davon, wir wären quasi gar nicht mehr da. Deshalb sollten wir das Bewusstsein nicht nur als eine Begleiterscheinung sehen, etwas was man hat, sondern ihm den höchsten Stellenwert geben.

Die Lebensenergie

Eine weitere Kraft, derer wir uns bewusst werden können, ist die Lebensenergie oder Lebenskraft. Wir können durchaus spüren, wie diese Energie unseren Körper und Geist durchfließt. Diese Kraft hält uns am Leben und bewegt uns. Am meisten merken wir es, wenn wir krank oder erschöpft sind, wenn es uns eben an dieser Energie mangelt. Ob diese Energie nun mittels Nahrung über den Körper generiert wird, oder von sonst wo herkommt, spielt keine Rolle. Doch die Lebensenergie spielt eine ebenso entscheidende Rolle wie das Bewusstsein, denn sonst würde nichts Leben, sich nichts bewegen und das Bewusstsein hätte kein Medium um sich irgendetwas bewusst sein zu können. Auch hier ist wichtig, es gibt kein ich, dass mit der Lebensenergie arbeitet, sondern die Lebensenergie arbeitet mit mir.

Bewusste Lebensenergie

Letztendlich sind Bewusstsein und Lebensenergie nicht verschieden, sondern vielmehr wie die zwei Seiten einer Medaille. Es ist ein und dasselbe, nur aus verschiedenen konzeptuellen Blickwinkeln betrachtet.

Das höchste Prinzip

Um das ganz klar zu stellen, wenn wir über Bewusstsein und Lebensenergie reden, so reden wir über ein Konzept oder besser gesagt über ein Prinzip. Bewusstsein ist keine Sache der Wahrnehmung, wir können nur bewusst – Sein, aber keiner unserer Sinne kann Bewusstsein erkennen. Und nur durch dieses Bewusstsein kann Wahrnehmung geschehen, kann das was wir wahrnehmen, alle Menschen oder die Welt insgesamt, erst existieren. Deshalb ist das Prinzip der Bewussten-Lebensenergie, das höchste Prinzip überhaupt und sollte für uns an erster Stelle stehen.

Die große Täuschung

Die große Täuschung besteht darin, dass wir uns für ein von allen anderem getrennte Wesenheit halten. Klingt abstrakt, aber drehen wir es doch einmal um. Angenommen Du wärst das Bewusstsein und nicht dieser Mensch als Körper und Verstand. Was würde das bedeuten? Als Erstes könntest Du Dir bewusst werden, dass alle Gedanken, Gefühle, Wahrnehmungen, der Körper und ja sogar dein „altes“ fiktives Ich würde in Dir erscheinen und Du wüsstest darum im dem Du zu all diese Dinge wirst, zu dem Objekt der Wahrnehmung selbst wirst und so darum weiß. Wäre Dein Standpunkt dadurch schon etwas anders? Welche Rolle würden dann noch all die Dinge spielen, die dein „altes“ Ich noch loslassen lernen wollte? Und weiter, was würde dich von dem Bewusstsein/Lebensenergie, das in allen Lebewesen wirkt, unterscheiden? Nichts! Auch wenn Du dich über eine bestimmte Form ausdrückst, so bist Du doch „das Eine“ das alles belebt und bewegt. Im gewissen Sinne wärst Du das Leben selbst, ohne Individualität, denn es gäbe nichts Anderes, kein Zweites, was anders wäre als das eine und einzige Ich. In Dir erscheint alles und vergeht alles, doch Du selbst bleibst unveränderlich und das heißt, auch, es gäbe keinen Anlass irgendetwas zu ändern, denn alles ist so wie es IST perfekt, denn das Eine nahtlose Ganze kann nicht gut oder schlecht sein.

Das Bewusstsein loslassen

Untersuchst Du die Sache noch genauer, wirst Du Dir sogar gewahr werden können, das Du nicht nur nichts bist, was wahrnehmen kannst, sondern sogar nicht mal das Bewusstsein sein kannst. Das bedeutet, Du wärst weder Wahrnehmung noch Wahrnehmender, noch das Bewusstsein, in dem alles erscheint. Wie meine ich das? Lass mich ein Beispiel anführen: Du liegst im Bett und bemerkst, da Du wach bist. Nach diesem flüchtigen und subtilen Moment, erscheint erst das Ich und dann die Wahrnehmung des Körpers und der Welt. Was kannst Du in diesem flüchtigen Moment bemerken? Das Bewusstsein erscheint (du wirst bewusst) und erst danach wirst Du zu dem Bewusstsein und dann zum Körper und Verstand. Das alles geschieht scheinbar unheimlich schnell. Doch was bedeutet das, wenn Du bemerkst, das Bewusstsein da ist? Du kannst das kommen und gehen des Bewusstseins bemerken. Das was du wirklich bist muss somit dem Bewusstsein vorgelagert sein und das bist du.

Too much? Alles nicht greifbar?

Also alles gut, vergessen wir das mit dem Kinderkram mit dem Loslassen. Denn erstens gäbe es niemanden speziellen der etwas Loslassen lernen könnte, noch hätte dieser so etwas wie einen freien Willen, weil das fiktive Ich ja gar keine echte Wesenheit ist. Und zweitens, ist es scheinbar doch eh nur ein fantastisches Schauspiel, wie eine große holographische Blase! Ich aber bin das Bewusstsein, in dem alles erscheint, nein, ich bin sogar jenseits davon, also alles kein Problem.

Na ja, so einfach scheint es nun doch nicht so sein. Denn was nützt es mir, wenn ich das intellektuell einigermaßen akzeptieren kann, so lange ich noch glaube und fühle, dass ich eben doch dieses fiktive Ich bin mit einem Körper und Verstand, solange hänge ich eben doch in diesem großen körperlichen und psychologischen Spiel mit drin. Denn durch die Identifikation mit dem separaten Körper-Verstand-System erscheint auch zugleich eine unendliche Anzahl an Glaubenssätzen, Werten, Widerstände und Muster durch die Gene, Erziehung, Umwelt. Eine Bearbeitung durch psychologische Methoden, wo der Ansatz beim fiktiven Ich und der Persönlichkeit liegt, mögen hilfreich sein, doch sie lösen das Thema immer nur vorübergehend. Deshalb können psychologische, spirituelle und auch religiöse Systeme schnell selbst zu einem nicht endenden Kreislauf werden. Doch es gibt mir Hoffnung und ich hoffe auf immer bessere Methoden. Oder ich bin in einem so guten Lauf auf der Motivleiter nach oben, dass mich die stetige Jagd nach der nächsten Karotte erst mal zufriedenstellt. Es kann auch sein, das ich in solch existenzieller Not bin, und mich mein Überlebenskampf derart beschäftigt, dass ich nur überleben will und mich alles andere nicht interessiert.

Wie auch immer: Das bedeutet, ich bin immer irgendwie im Widerstand gegenüber dem Leben, besonders dann, wenn etwas nicht so ist, wie ich es will. Und ich wie auch alle anderen, man braucht sich nur mal die Geschichte wie auch die aktuellen Weltgeschehnisse anschauen, spielen ein wirklich sonderbares und manchmal furchtbares Spiel.
Gibt es einen Ausweg? Der letztendliche Ausweg kann jedenfalls keine psychologische Methode sein, auch wenn diese ihren brauchbaren Wert haben. Das, was es braucht, muss vielmehr mit einem erkennen und verstehen unserer eigentlichen Natur einhergehen. Ohne philosophische, spirituelle oder religiöse Systeme, sondern überprüfbar durch Selbsterforschung. Auch nicht, um konkret dies oder jenes zu erreichen, denn das ist Teil des Lebensspiels und dafür gibt es andere Regeln und Vorgehensweisen. Das einzige Instrument das wir haben ist das Bewusstsein selbst und seine Ausrichtung. Das erzeugt ein von selbst geschehendes Erkennen und Verstehen und das stetige Loslassen geschieht von selbst.

Und was kann ich nun tun, fragst Du? Was meinst Du mit Ich?

5 Kommentare
  1. ingi says:

    Lieber Uwe,
    schön, dass deine Ausführungen für jedermannVerstand ist. So hab ichs auch verstanden. Wir Menschen sind schon so Maschinle, wo so viele schönen Dinge miteinander passieren und die keiner so richtig erklären kann wies wirklich funktioniert.
    Ich werde auf jedenfalls öfters versuchen keinen Widerstand mehr herzustellen und die Gefühle laufen zu lassen.

    Danke ingi

  2. Sabine says:

    Lieber Uwe,
    ich bin ganz bei dir, bei dem was du schreibst… danke für deine Ausführlichkeit.
    Aber brauchen Menschen zu Anfang ihres neuen Weges nicht ein Konzept?
    In meiner Wahrheit beschreibst auch du, genau genommen, Eines 😉
    Wie gesagt, auch meine Selbsterforschung teilt deine Worte. Aber zu Anfang meines Weges hätte ich das nicht verstanden …

    Viele LIEBE Grüsse
    Sabine

    • Uwe says:

      Hallo Sabine,
      Konzepte haben ihren «vorübergehend« nutzen. Konzepte sind eine wesentliche Form der Kommunikation, weshalb sie auch Teil dieses Blogs sind. Hierzu habe ich eine Beitrag geschrieben: Gott und die Welt
      Die Schwierigkeit liegt darin zu vergessen, dass Konzepte nie die Wahrheit und nie vollständig sein können. Doch das geschieht ständig. Und so werden Konzepte zur Grundlage von Bewertung und Konflikt. Es sind ja nicht nur die religiösen Richtungen sondern auch die vielen spirituellen/esoterischen Richtungen (der Markt ist voll davon) können zu einem »spiritualisieren« führen, wo »weltliche« Menschen, die lediglich nach einem anderen Konzept leben, abgewertet werden können. Das Gleiche finden sich auch in politischen oder philosophischen Richtungen. Genau genommen sind die Übergänge der erwähnten Richtungen/Konzepte sowieso fließend.

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